Gisbert zu Knyphausen

Max Orlich

Photographie / Soziologie / Journalismus

 

Seltsames Licht - Gisbert zu Knyphausen

Im Jahr 2008 stolperte ein kleines Icks nach einem Plauderabend mit XY heimwärts aus dem Paradies, machte halt am Stall des weißen Hasen, weil er seine Lauscher aufstellend dort noch Musik vernahm. So begab es sich, daß Icks zu vorgerückter Stunde im Untergrund verschwand und ganz entrückt, verrückt wurde von dieser raumgreifenden Musik, von diesem unscheinbaren, stillen, leicht verschrobenen, auf der Bühne sich fehl am Platze fühlenden und doch dort enorm präsenten Herrn blauen Blutes.

 

Unter den vielen Konzerten, die Icks in seinem Leben wohl schon gesehen hat, fällt es ihm schwer, eines zu finden, das so war wie dieses. Es war einer dieser Momente. Eine Situation. Nicht konstruiert, aber doch auf einer dérive aufgegabelt, mitgenommen und mitgenommen worden. Von einem Wortakrobaten; einem professionellen Melancholiker; einem, der einen ertappt. Auf frischer Tat oder anderswo. Einer, der mit sehr präzisem Blick durch seinen Alltag stolpert und dann auch noch Worte für seine Wahr- und War-Nehmungen findet.

 

(Die Photographien finden Sie hier.)

 

Wie schon 2010 & 2011 hat Gisbert auch 2012 in den sommerlichen Garten des elterlichen Anwesens geladen. Man kann sich kein perfekteres Umfeld für ihn, seine Musik und die seiner Freunde vorstellen. Es war ein Fest.

 

(Die Photographien finden Sie hier.)

 

Was tun, wenn zwei wundervolle Songwriter gemeinsam eine zauberhafte Platte aufnehmen und eine reiselustige Tour beginnen und dann ist einer der beiden auf einmal nicht mehr da?

 

Nach dem völlig deplatzierten Tod von Nils Koppruch im Oktober 2012 nahm Gisbert zu Knyphausen sich Zeit und Ruhe. 2013 war er nicht zu sehen und zu hören – weder auf Platte noch auf der Bühne. Auch beim Heimspiel nicht. Knyphausen reiste, entdeckte musikalische Welten, in Russland, im Iran.

 

2014 war es Zeit, zurückzukehren. Wieder Konzerte zu spielen. Nicht mit seiner eigenen Band, sondern mit den Musikern der Kid Kopphausen Band. Er war zurück, mit seinen Songs und den gemeinsamen. Und mit dabei hatte er Nils. In allen Songs.

 

Das Heimspiel 2014 auf dem elterlichen Weingut in Eltville-Erbach war ein Fest, für die Musik, für das Leben.

 

(Die Photographien finden Sie hier.)

 

Nach zwei Jahren Pause war es 2017 wieder Zeit für einen Besuch auf dem musikalischsten Weingut der Nation. Umrahmt von wundervollen Bands wie The Notwist, Element of Crime und AnnenMayKantereit stand Knyphausen diesmal wieder alleine auf der Bühne mit alten neuen und zukünftigen Songs. Wundervoll.

 

(Die Photographien finden Sie hier.)

Max Orlich 2016 © All Rights Reserved