Zwischen-Räume

Max Orlich

Photographie / Soziologie / Journalismus

 

Zwischen-Räume - Im Hin und Weg

Haltestellen - das Wort lädt zum Verweilen ein, der Ort nicht. Orte, an die man sich begibt, um von dort weg zu kommen. Start- und Endpunkte einer größeren Bewegung im Raum, keine Ziele an sich. Stellen, an denen man hofft, dass etwas hält, um den eigenen Aufenthalt so kurz wie möglich zu gestalten.

 

Ein Ort zufälliger Begegnungen in Einmaligkeit oder dem routinierten Fremdsein in Wiederholung. Ein Zwischen-Ziel, ein Un-Ort, wechsel-voll, wechsel-leer. Zielgruppenarchitektur, die ihr Ziel verfehlt, da sie ihr kein Ziel ist. Zweckentfremdet genutzt, als Zwischenmiete, erlangt der Zwischen-Raum eine gewisse Bedeutung, wird von der Bedachung des Wartenden zur Behausung des Obdachlosen.

 

Doch alles soll hier nach Fahrplan laufen, wenn das System außen herum funktioniert, wird das Bauwerk überflüssig. Dabei versucht die dekontextualisierte Architektur, den ungewünschten Aufenthalt angenehmer zu gestalten. Mal gläsern, mal steinern, wuchtig, filigran, rudimentär, verspielt, überdacht, undurchdacht, zugig, zügig - hin und weg. Vor allem weg. Auf den Weg.

 

Auf den Spuren dieser ortlosen, leblosen, lieblosen, bloßen Architektur am Wegesrand entstand im April 2014 in Istrien/Kroatien diese Serie. Aufgenommen mit einer Hasselblad Xpan und 45mm Objektiv auf Rollei Retro 100, Kodak PX 125, Ilford Delta 100 und Ilford FP4 Plus. Entwicklung bei Photostudio 13, eigener Scan, Vergrößerungen von MeinFilmLab.

 

(Die Photographien finden Sie hier.)

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